Schulgeschichte

Kurze Baugeschichte der Freien Waldorfschule
Böblingen/Sindelfingen
 

Viele kleine Schritte zum Ziel

Von der Idee zur Tat 

Baden-Württemberg ist die Wiege der Waldorfschulen. Hier gibt es derzeit 63 solcher Einrichtungen in freier Träger­schaft, weltweit sind es über 800. Gab es zuvor bereits Waldorfschulen in den Nachbarkreisen Stuttgart, Pforzheim und Tübingen, so konnte mit dem Schuljahr 90/91 eine Lücke geschlossen werden: Die Freie Waldorfschule Böb­lingen/Sindelfingen startete in den Räumen der alten Realschule in Sindelfingen mit zwei Lehrern und zehn Kindern. 

Bereits ein Jahr später gelang es, eine dauerhafte Bleibe zu finden: Das Ge­bäude auf dem Gelände des früheren LVA-Lungen-Sanatoriums am Böblinger Herdweg – ein für die Waldorfschule hervorragend geeigneter Ort am Rande des Schönbuchs. Dort entstand 1999 mit dem ersten Bauabschnitt ein zukunftsweisender Neubau mit Turnhalle, um dem großen Zuspruch aus dem Landkreis und den Gemeinden des Umlandes gerecht zu werden.

Der Bau, für den der renommierte Tübinger Architekt Joachim Eble verantwortlich zeichnet, leistet einen impulsgebenden Beitrag zu den Fragen des solaren, energiesparenden und ökologischen Bauens. Er ist das Ergebnis eines über Jahre andauernden, intensiven Prozesses, an dem Eltern und Lehrer gleichermaßen Anteil hatten. Dabei galt es nicht zuletzt, die künstlerisch-pädagogischen Anforderungen und Ziele der Waldorfpädagogik umzusetzen. 

Im Mai 2003 war Baubeginn für den 2. Bauabschnitt, der  mit Verwaltungs-, Kunst- und Werkräumen der wachsenden Schule räumliche Entlastung brachte. Entstammte dieses Gebäude der Feder des Stuttgarter Architekturbüros RAP, so konnte schon 2005 ein Entwurf des Sindelfinger Architekten Jörg Hahn verwirklicht werden, der die Schule auf fast die gesamte geplante Größe anwachsen ließ. Ermöglicht wurde dieses Gebäude durch das Bauprogramm der Bundesregierung für Ganztagesschulen IZBB, für das die Schule als eine der ersten des Kreises einen Zuschlag bekam. 

Entstanden ist so ein harmonisches Ensemble, das sich schützend um einen zentralen Innenhof legt und von allen Besuchern als wohltuend offen und frisch erlebt wird. 

Als bislang letzte große Bauanstrengung konnte im Winter und Frühjahr 2006 die Zufahrts- und Parksituation großzügig fertig gestellt werden, was vor allem sicher stellte, dass unsere Schülerinnen und Schüler endlich auf unserem Gelände einen sicheren Zugang zum Bus erhielten. 

Sind damit die großen Baustellen Historie geworden, fällt trotzdem und vielleicht gerade jetzt der Blick vermehrt auf all die Stellen, wo der rasche Baufortschritt keine endgültige Fertigstellung erlaubte. So werden wir wohl noch einige Zeit auf viele helfende Hände und immer neue Initiativkraft angewiesen sein, um nach und nach den Zustand des „Fast-Fertigen“ zu beenden.

Aufnahme um 1913 vom alten Sanatorium
das alte Gebäude kurz vor dem Abriss