Fördern und unterstützen

Das Förderangebot der Freien Waldorfschule Böblingen richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die besondere Unterstützung brauchen. Durch geeignete Maßnahmen soll ihnen eine gesunde Entwicklung und die Eingliederung in den Klassenverband ermöglicht werden. Parallel zum Unterricht gibt es daher folgende Förderangebote:

  • Förderunterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen
  • Sprachgestaltung und Sprachtherapie
  • Bewegungstherapie
  • Heileurythmie
  • Heilpädagogik
  • Sozialpädagogische Begleitung der Oberstufenschüler/innen

Jeder Förderunterricht ist individuell auf das Kind abgestimmt. Einseitigkeiten, die sich in Sprache, Bewegung, Verhalten und Lernfähigkeit ausdrücken, sollen ausgeglichen werden, zum Beispiel durch das Ansprechen der Sinne: Der Zahlenraum (Mengenverständnis) soll erlebt, be"griffen" und verstanden werden.

Die wöchentlich tagende Förderkonferenz arbeitet eng mit den Klassenlehrern und der Schulärztin zusammen. Ideeller Träger ist der Förderkreis für Pädagogik, Kunst und Therapie e.V. Er kann Fördermaßnahmen im Bedarfsfall auch finanziell unterstützen. 

Förderkreis für Pädagogik, Kunst und Therapie e.V.

Zur Förderung von Bildung und Erziehung haben sich 1996 Persönlichkeiten im Umfeld der Schule zusammengefunden und den Förderkreis für Pädagogik, Kunst und Therapie e.V. gegründet. Wir sind Menschen, denen die Gegenwart der Kinder und damit das Bestehen und die Weiterentwicklung der Schule wichtig sind.

Wir wollen im Bedarfsfall Schüler/innen und Eltern finanziell unterstützen und so Fördermaßnahmen und Therapien möglich machen.

Wenn Sie sich näher über die Arbeit des Förderkreises informieren möchten, wenden Sie sich bitte an:

Doris Beckmann Tel: 07031 6869680
Weiyun Marekwia Tel: 07031 765910
Claudia Vicente Antunes Tel: 07032 943088

Werden Sie förderndes Mitglied und unterstützen Sie unsere Arbeit durch Ihre Spenden auf folgendes Konto bei der KSK Böblingen:

BLZ 603 501 30, Kto-Nr. 3 768 882
IBAN DE22603501300003768882, SWIFT-BIC BBKRDE6BXXX

Förderunterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen

Sonja Defieber-Häring, Förderlehrerin

Am Positiven ansetzen, vom Leichten zum Schweren gehen, angstfrei lernen lehren, dem Kind dienend entgegentreten - dafür habe ich das Lernstüble eingerichtet.

Die Förderung kommt Kindern zugute, die dem Unterricht in der Klasse nur mit großer Anstrengung folgen können. Sie richtet sich insbesondere an Unter- und Mittelstufenschüler. Im Einzelfall ist auch Nachhilfeunterricht für Oberstufenschüler möglich.

Sprachgestaltung und Sprachtherapie

Jan Mensebach, Sprachgestalter/Therapeut

Die kontinuierliche Arbeit mit den Mitteln der Sprachgestaltung regt den Formungswillen beim Bilden der Vokale und Konsonanten an, weckt die Sprechfreude und wirkt undeutlichem Sprechen entgegen.

Bei Sprachauffälligkeiten, wie zum Beispiel Fehlbildung, Vertauschen oder Auslassung von Lauten oder bei Konsonantenverbindungsschwäche werden die richtigen Laute mit Hilfe unterstützender Bewegungen neu angebahnt und geübt. Das stetige Erweitern um Silben, Wörter und Sprüche, in denen der jeweilige Laut häufig vorkommt, fördert schließlich die klare Artikulation.

Das Gehen, ebenso wie das Sprechen von anregenden und beruhigenden Rhythmen, harmonisiert die Atmung.

Gleichermaßen stärkt das bewusste Erleben der Wirksamkeit von Sprache das Selbstbewusstsein.

Bewegungstherapie

Sharon Zimmermann, Bewegungstherapeut

Die Lebensweise des Menschen hat sich in der technisierten Welt grundlegend verändert. Bewegungsarmut, Identitätskrisen und eine Vielzahl von Störungen bei Kindern sind Folgen dieser Entwicklung.

Bewegungserlebnisse verschiedenster Art können neue Lebensfreude, Enthusiasmus, Mut, Geschick, Initiative, Besonnenheit und Selbstvertrauen wecken.

In der Bewegungstherapie bieten sich Bothmer-Gymnastik, turnerische Elemente, Balancieren, Übungen mit Ball und Stab, sowie rhythmisches Arbeiten an, die dem Kind den eigenen Körper bewusst erlebbar machen und das Vertrauen zu sich selbst wachsen lassen. Besonders die Bothmer-Gymnastik ist ein zentrales Element, um eine höhere Identität von sich und der Welt zu erreichen.

„Das Äußere vom Menschen ausfüllen, so dass der Mensch sich verbindet mit der Außenwelt, das ist das Wesen der Gymnastik.“ Fritz Graf von Bothmer

Heileurythmie

Eleonore Schreiter, Heileurythmistin

Diese Bewegungstherapie ist eine für therapeutische Zwecke abgewandelte Form der Eurythmie. Die Mittel sind die modifizierten Lautbewegungen unserer Sprache. Diese Vokal- und Konsonantenbewegungen stehen in einer bestimmten Wirkungsbeziehung zum menschlichen Organismus. Heileurythmie wirkt gezielt stärkend und regulierend bis in die Funktion der Organe hinein.

Der Mensch ist als Ganzheit zu sehen: eine Störung der Motorik kann seelische, eine seelische Störung kann organische Ursachen haben. Heileurythmie hat seine Wirkungsweise auf der physischen, seelischen und der geistig-individuellen Ebene. Eine Krankheit ist die Störung dieser Ebenen. Heileurythmische Bewegungsübungen können diese Ebenen wieder in ein gesundes Gleichgewicht bringen. 

Heilpädagogik

Stephan Allenbach, staatl. anerkannter Heilpädagoge

Heilpädagogik wird dort aktiv, wo Kinder oder Jugendliche mit sich, ihrem Umfeld (Eltern, Schule, im Sozialen) Hilfe, Unterstützung und ambulante Begleitung zur sinnvollen Bewältigung ihres Alltags brauchen:

Für Kinder und Jugendliche

  • Im Bereich kognitiver- und/oder emotionaler Entwicklungsstörungen bzw. Entwicklungsverzögerungen
  • Bei Verhaltensauffälligkeiten jeglicher Art (Ängste, Unruhe, Aggressionen, soziale Probleme, Zwänge...)
  • Heilpädagogische Diagnostik und Testdiagnostik (kognitiver, emotionaler und motorischer Entwicklungsstand)
  • Bei Teilleistungsstörungen (LRS, RS, AD(H)S...) Testungen und Therapien
  • Autismus
  • Systemische Familien- und Erziehungsberatung
  • Erlebnispädagogik (Grundlage DAV Fachübungsleiter: Klettern)

Sozialpädagogische Begleitung der Oberstufenschüler/innen

Schulärztin

Dr. Barbara Zaar, Schulärztin

Die Waldorfschule möchte ihren Schülern – neben Erwerb von Wissen und kulturellen Fähigkeiten – die eigene Heranbildung zu „körperlich gesunden und starken, seelisch freien und geistig klaren Menschen“ (Rudorf Steiner GA 305) ermöglichen. Aus der intimen Beschäftigung mit den kindlichen Entwicklungsgesetzen entstanden Lehrplan und pädagogisches Konzept, die alle Seinsebenen des heranwachsenden Menschen – körperlich, seelisch und geistig – in ihrer Interaktion berücksichtigen und ansprechen.

Wie das einzelne Kind in seiner ganz persönlichen gesundheitlichen und sozialen Verfassung darauf antworten kann, ob es etwa individuelle Unterstützung braucht, kann sich dem aufmerksamen Blick des Lehrers erschließen, der darin vom Schularzt unterstützt wird. Mittels Unterrichtshospitation, ärztlicher Untersuchung der Kinder bei Bedarf und nach Rücksprache mit den Eltern, Kinderbesprechungen mit Lehrern und Therapeuten der Schule sowie mittels Gesprächen mit Eltern oder älteren Schülern selbst, kann dem einzelnen Schüler, wo nötig, zusätzliche Aufmerksamkeit gewährt und in Zusammenarbeit mit Eltern, Therapeuten und Lehrern eine weiterführende Maßnahme entwickelt werden.