Intakte Natur, gesundes Leben

Die Grundlage für den Gartenbauunterricht bildet unser Schulgarten. Durch die Arbeit im Freien bietet sich unseren Schülern ein großer Erfahrungsraum. Das Wissen über Jahreszeiten, Tiere und Pflanzen wird mit handwerklicher Tätigkeit verbunden. Den Höhepunkt im Gartenbauunterricht bildet das Landwirtschaftspraktikum. Es findet am Ende der 9. Klasse statt. Dazu leben und arbeiten unsere Schüler 3 Wochen lang auf einem Bauernhof. So erhalten sie hautnah Einblick in die Berufswelt eines Landwirtes. Dieses Praktikum stellt eine große Herausforderung dar. Es verlangt Mut und stärkt das Selbstvertrauen.

An unserer Schule findet der Gartenbauunterricht als fester Bestandteil unseres Lehrplanes in den Klassenstufen 5 bis 9 statt. Das Unterrichtsangebot bietet überwiegend praktische Aufgaben. Sie bilden einen bewussten Gegenpol zum Unterricht im Klassenzimmer. Damit entsprechen wir dem zunehmenden Bewegungsdrang der Kinder in dieser Altersgruppe. Der Garten ist so gestaltet, dass er unseren Schülern ein vielfältiger Lernort ist. Durch die Arbeit in unserem Garten werden nicht nur Wissen und Erfahrungen vermittelt, sondern wir stärken damit auch Persönlichkeit und Gesundheit unserer Schüler.

In unserem Schulgarten werden Fülle und Schönheit der Natur erlebbar. Es entwickeln sich Dankbarkeit und Achtsamkeit der Schöpfung gegenüber. Die Schüler lernen, dass die Erde der Pflege und Verantwortung des Menschen bedarf. So bilden sich neue Impulse zur Bewahrung unserer Lebensgrundlagen.

Alle Aufgaben werden über einen langen Zeitraum und über viele Wachstums- und Bearbeitungsphasen begleitet - beispielsweise vom Basilikumsamen bis hin zur Herstellung von Basilikumpesto. Biologischer Anbau ist im Schulgarten selbstverständlich. Gesunde Lebensmittel, sauberes Wasser und lebendiger Boden sind wichtige Bestandteile des Lehrplanes. Durch die Arbeit in kleinen Gruppen werden soziale Prozesse positiv unterstützt. Gemeinsame Erfolgserlebnisse wirken integrativ und stärken das Selbstbewusstsein.

Lasst uns unser Glück besorgen,
in den Garten gehen
und arbeiten.

Voltaire, (1694 - 1778)

Das Gartenjahr aus der Sicht des Kindes

Im Frühjahr beginnen wir mit den Aussaaten. Wir ziehen alle Pflanzen selbst groß. Sie werden pikiert und eingetopft. Sind sie kräftig genug, dann setzen wir sie ins Beet. In dieser Jahreszeit gibt es noch viel anderes zu tun: Beete umgraben, Bäume pflanzen, Zäune reparieren, Obstbäume, Wein und Hecken schneiden, Brennholz sägen und vieles mehr.

Im Sommer pflegen wir unseren Garten: Gießen, Düngen, Mulchen, Jäten, Schneiden. Einige Kräuter werden bereits geerntet und getrocknet. Erntereifes Gemüse wird verarbeitet oder in die Schulküche geliefert. Abgeerntete Beete werden neu bepflanzt. Es ist auch Zeit zum Kirschen essen, Blumensträuße binden oder Teichmolche beobachten.

Im Herbst stellen wir viele Produkte her: Apfelchips, Kräutersalz, Ringelblumensalbe, Tees, Peperoniöl, Apfelsaft und anderes. Wir verkaufen unsere Produkte am Herbstmarkt in der Schule. In der Vorweihnachtszeit fertigen wir Gestecke und Kränze. Mit dem Ziehen von Kerzen endet das Gartenjahr.

Im Winter vertiefen wir das Gelernte im theoretischen Unterricht. Wir erstellen z.B. unseren eigenen Pflanzplan. So lernen wir, welche Pflanzen im Beet nebeneinander passen. Wir arbeiten auch praktisch: Nistkästen bauen, Futterstellen errichten, Fackeln herstellen, Körbe flechten oder mit Wachs plastizieren.